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Porsche Times Dresden

Straße – und Schwingungen, wie sie typisch für unebene Fahrbahnen sind, können reali-tätsnah simuliert werden. Der virtuelle Fahrerplatz kann aber noch viel mehr. Erst die optische Illusion macht die Simulation so perfekt, dass der Mensch sich nahezu wie in einem realen Fahrzeug fühlt. Rings um die Plattform zieht sich ein 360-Grad-Kino. Bis zu 15 Projektoren erzeugen virtuelle Umgebung und Kompo-nenten auf speziell beschichteten Rückpro-jektions- scheiben, die quaderförmig um die Plattform angeordnet sind. Die Ingenieure nennen diese Anordnung CAVE. Auf den Flächen kann nicht nur die Umwelt dargestellt werden, sondern auch Fahrzeug-komponenten, die tatsächlich gar nicht vorhanden sind. Dafür verfügt der virtuelle Fahrerplatz über modernste Kinotechnik. Die Auflösung der Projektoren entspricht der heute in digitalen Kinos verwendeten sogenannten 4K-Auflösung. Durch ein aktives Stereoverfahren können darüber hinaus dreidimensionale Grafiken generiert werden, die der Betrachter über spezielle Brillen als räumliches Bild wahrnimmt. Was kein konventionelles Kino kann: Der Simu-lator richtet die Darstellung genau ange-passt an den Menschen aus. Dafür misst ein Trackingsystem die exakte Position des Fahrerkopfes. Die Grafik-PCs berechnen daraus die physikalisch korrekte Perspektive des Fahrers und stellen sie dar. Auf diese Weise lassen sich überraschende Effekte erzeugen: Lehnt sich der Fahrer beispiels-weise aus der virtuellen Seitenscheibe, sieht er auch tatsächlich die Außenhaut des Fahrzeugs. Perfektioniert wird die realistische Immer-sion, wie die Ingenieure das Eintauchen in die virtuelle Realität nennen, durch den passenden Sound. Dazu genügt es nicht, den Klang des eigenen Fahrzeugs zu simu-lieren. Auch die Umgebungsgeräusche werden passend erzeugt, zum Beispiel die vorbeifahrender Fahrzeuge. Alles zusammen passiert in Echtzeit. Wie bei einer realen Fahrt. Die Systeme sind so vernetzt, dass sie ohne wahrnehmbare Verzögerung auf Eingaben des Fahrers reagieren. Das Einsatzsspektrum des virtuellen Fahrer-platzes ist ähnlich groß wie die Spreizung der Eigenschaften eines Porsche. Schwer-punkte sind die Weiterentwicklung der Ergo-nomie und der Kommunikation zwischen Fahrer und Fahrzeug. Wie gut kann der PORSCHE PCOHRRSOCNHIKE 231 Fahrer im Rückspiegel sehen, wie schnell die Darstellung eines Kamerasystems erfassen, wie viel Bewegungsfreiheit lassen ihm Scha-lensitze? Neu in der Entwicklung befindliche Assistenzsysteme müssen hier ihre ersten Tests in ihrer Zusammenarbeit mit dem Fahrer bestehen. Das Ziel: den optimalen Porsche um den Fahrer herum bauen. Damit Sie weiter gut sitzen. Nicht auf einem virtuellen Fahrer-platz, sondern auf dem echten.


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