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Porsche Times Dresden

VORFAHREN. Wie Porsche mit Hilfe des virtuellen Fahrerplatzes neue Modelle entwickelt. Das harmonische Zusammenspiel von Fahrer und Fahrzeug ist das A und O jedes Porsche. Mit dem virtuellen Fahrerplatz entwickelt Porsche den Fahrspaß bei jedem neuen Modell schon von Anfang an. Noch bevor der erste Prototyp gebaut wird, ermöglicht der High-Tech-Simulator schon präzise Testfahrten zur Erprobung von Bedienkonzept und Fahrerumgebung. Sitzen Sie gut? Selbstver-ständlich. Mehr als das. In einem Porsche hat der Fahrer alles im Griff. Sehen, spüren, fahren, ohne die Schultern von der Lehne zu lösen. Man sitzt immer in einem Sportwagen, auch wenn der vier Türen hat. Die Symbiose von Fahrer und Fahrzeug gehört zu einem Porsche wie das handgearbeitete Wappen oder die Lufteinlässe im Bug. Perfekt für jedes Modell bis ins letzte Detail und mit großem Aufwand individuell entwickelt. Das jüngste Werkzeug dabei: der virtuelle Fahrerplatz in zweiter Generation. Fahrsimulatoren sind in der Fahrzeugent-wicklung die erste Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Virtuelle Fahrzeuge stehen immer und unter wiederholbaren Bedingungen zu Testfahrten in beliebiger Umgebung bereit. Zwischen der gefahrlosen Kurvenjagd mit Höchstgeschwindigkeit über die Rennstrecke und dem nervenaufreiben-den Stop and Go im engen Großstadtver-kehr ist alles darstellbar. Mit Absicht. Denn jeder neue Porsche soll schon möglichst viel beherrschen, bevor der Ernst des realen Autolebens beginnt. Auf den ersten Blick hat der virtuelle Fahrerplatz freilich so gar nichts mit einem Sportwagen gemeinsam. Auf fünf hydraulisch beweglichen Beinen thront die Plattform für den Versuchsträger. Dieser so genannte Hexapod kann sich in alle Richtungen bewegen und übernimmt die Darstellung der Beschleunigungen, die im Fahrzeug herrschen. Je nachdem, ob die Kräfte in Fahrtrichtung oder quer dazu simuliert werden sollen, agiert das Testsystem anders: Durch seitliches oder Vor- und Zurück-Bewegen wird ein realis-tisches Fahrgefühl erzeugt, aufgrund der begrenzten Wege aber nur für kurze Zeit. Das Kippen der Plattform kann dagegen im Zusammenspiel mit der geeigneten Darstel-lung der Umgebung das Gefühl längerer Beschleunigung erzeugen. Der Trick dabei: Die Wahrnehmung des Menschen wird mit Hilfe seiner Physiologie überlistet. Schnelle Drehungen nimmt der Organismus tatsäch-lich als Drehung wahr, langsame jedoch als Änderung der wirkenden Beschleunigung. Natürlich beherrscht der Simulator auch vergleichsweise einfache Bewegungen. Aufbaubewegungen – beispielsweise bei Fahrten am Hang oder in Querneigung zur 220 PORSCHE CHRONIK


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